Ein Wertgutschein ist unkompliziert: Betrag wählen, bezahlen, verschenken. Deshalb entscheiden sich manche Betriebe dafür, ihr Gutscheinangebot zu vereinfachen und ausschliesslich Wertgutscheine anzubieten.
Doch damit geht Potenzial verloren. Erlebnisgutscheine inspirieren, machen besondere Angebote sichtbar und verwandeln einen Geldbetrag in eine konkrete Geschenkidee. Aus unserer Erfahrung sorgen sie zudem für einen höheren durchschnittlichen Warenkorb und stärken den Gutscheinumsatz.
In diesem Beitrag zeigen wir, welche Vorteile Erlebnisgutscheine bieten und warum sich eine gute Mischung aus Wert- und Erlebnisgutscheinen für Ihren Gutscheinshop lohnt.
Inhalt auf einen Blick
Erlebnisgutscheine passen zu dem, was Menschen heute verschenken möchten
Viele Menschen möchten heute nicht einfach einen bestimmten Geldbetrag schenken. Sie suchen nach etwas Persönlichem, das Freude auslöst und in Erinnerung bleibt.
Gerade weil viele bereits vieles besitzen, gewinnen gemeinsame Zeit und besondere Erlebnisse an Bedeutung. Ein Dinner zu zweit, ein Wellness-Tag, eine Übernachtung oder ein Ausflug stehen für einen Moment, auf den man sich freuen kann.
Ein Erlebnisgutschein vermittelt deshalb schon beim Schenken eine konkrete Idee: «Gönnt euch eine Auszeit», «Geniesst einen besonderen Abend» oder «Nehmt euch Zeit füreinander».
Für Betriebe ist das eine gute Gelegenheit, bestehende Leistungen zu attraktiven Packages zusammenzustellen – beispielsweise eine Übernachtung mit Frühstück und Wellness oder ein Dinner mit einer zusätzlichen Leistung. So entstehen Geschenkideen, die sich emotional präsentieren und gezielt vermarkten lassen.
Beim Erlebnisgutschein steht das Angebot im Vordergrund – nicht der Betrag
Bei einem Wertgutschein ist der Preis sofort sichtbar: CHF 50.–, CHF 100.– oder CHF 250.–. Die kaufende Person entscheidet also zuerst, wie viel sie ausgeben möchte. Bei einem Erlebnisgutschein steht dagegen die Leistung im Zentrum, zum Beispiel:
- ein 4-Gang-Menü für zwei Personen
- eine Übernachtung inklusive Frühstück
- ein Wellness-Tag
- ein Sonntagsbrunch
- ein Ausflug mit Bergbahn und Mittagessen
- ein besonderes Arrangement für zwei
Die entscheidende Frage lautet damit weniger «Wie viel möchte ich schenken?» und stärker «Welches Erlebnis passt zu dieser Person?».
Das verändert auch die Wahrnehmung des Geschenks. Ein Dinner für zwei wird als konkrete Leistung wahrgenommen und nicht in erster Linie über seinen Preis definiert. Dadurch kann ein Erlebnisgutschein persönlicher und hochwertiger wirken als ein Wertgutschein mit demselben finanziellen Gegenwert. Dieser Unterschied kann sich auch beim Verkauf bemerkbar machen.
Unsere Erfahrung: Erlebnisgutscheine erhöhen den Warenkorb

In der Praxis erleben wir immer wieder, dass Betriebe Erlebnisgutscheine reduzieren oder ganz aus ihrem Shop entfernen, weil Wertgutscheine auf den ersten Blick einfacher zu handhaben sind.
Aus unserer Erfahrung geht dabei jedoch häufig Verkaufspotenzial verloren.
«Wir sehen immer wieder, dass Betriebe ihr Gutscheinangebot vereinfachen und Erlebnisgutscheine entfernen. Aus unserer Erfahrung lohnt sich das häufig nicht: Der durchschnittliche Warenkorb bei reinen Wertgutscheinen ist tiefer und oft geht auch der gesamte Gutscheinumsatz zurück.» Raphaela Scherrer, Customer Success Managerin bei e-guma
Der Grund dafür liegt unter anderem in der Kaufentscheidung. Bei einem Wertgutschein setzt sich die Kundin oder der Kunde selbst ein Budget. Bei einem Erlebnisgutschein gibt dagegen die gewählte Leistung den Preis vor.
Vielleicht hätte jemand spontan einen Wertgutschein über CHF 200.– gekauft. Ein passendes Erlebnis-Package kostet CHF 320.– und wird trotzdem gewählt, weil das Angebot überzeugt und als Geschenk stimmig ist.
Ein attraktives Angebot an Erlebnisgutscheinen kann deshalb dazu beitragen, den durchschnittlichen Warenkorb und den Gutscheinumsatz zu steigern.
Erlebnisgutscheine machen den Gutscheinshop zum Schaufenster
Ein weiterer Vorteil wird häufig unterschätzt: Erlebnisgutscheine zeigen, was Ihr Betrieb überhaupt alles anbietet.
Vielleicht wusste ein Gast bisher nicht, dass Ihr Hotel ein Wellness-Package anbietet. Oder dass Ihr Restaurant einen besonderen Sonntagsbrunch, saisonale Dinner oder spezielle Arrangements im Angebot hat.
Über den Gutscheinshop werden solche Leistungen sichtbar. Und selbst wenn sich die Kundin oder der Kunde am Ende für einen Wertgutschein entscheidet, hat der Erlebnisgutschein bereits inspiriert und auf das Angebot aufmerksam gemacht.
Der Gutscheinshop wird damit nicht nur zum Verkaufskanal, sondern gleichzeitig zum digitalen Schaufenster Ihres Betriebs.
In unserem Beitrag «5 Best Practice Beispiele von Gutscheinen» finden Sie verschiedene Ideen, wie Betriebe ihre Gutscheinangebote attraktiv gestalten:
Blog-Artikel: 5 Best Practice Beispiele von GutscheinenErlebnisgutscheine funktionieren auch bei flexiblen Preisen
Gerade Hotels verzichten teilweise auf Erlebnisgutscheine für Übernachtungen, weil sich ihre Zimmerpreise je nach Saison, Wochentag oder Auslastung verändern. Flexible Zimmerraten sind jedoch kein Hindernis.
Je nach Betrieb können beispielsweise eine Mischkalkulation, ausgeschlossene Spitzentage oder eine Verrechnung der Preisdifferenz sinnvoll sein. So lassen sich auch Übernachtungen und Packages als Erlebnisgutschein anbieten, ohne auf flexible Preise verzichten zu müssen.
Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigen wir ausführlich in unserem Beitrag:
Übernachtungs-Gutschein trotz flexibler Zimmerraten? UnbedingtErlebnisgutscheine bieten mehr Möglichkeiten fürs Marketing

Auch bei der Vermarktung haben Erlebnisgutscheine einen klaren Vorteil: Sie liefern konkrete Geschichten und Bilder.
Ein Wertgutschein über CHF 200.– ist schwierig emotional zu inszenieren. Ein Dinner für zwei, ein Wochenende in den Bergen oder ein Wellness-Tag lässt sich dagegen unmittelbar zeigen und mit einem bestimmten Anlass verbinden.
Ein Brunch passt beispielsweise zum Muttertag, eine romantische Übernachtung zum Valentinstag, ein besonderes Dinner zu Weihnachten oder ein Familienausflug zum Ferienstart. So entstehen immer wieder neue Gründe, den eigenen Gutscheinshop über Social Media, Newsletter, die Website oder direkt vor Ort zu bewerben.
Weitere Tipps dazu finden Sie in unseren Beiträgen:
Blog-Artikel: Online-Werbung: So werden Ihre Gutscheine zum digitalen Trend Blog-Artikel: Vor-Ort-Werbung: Gutscheinverkauf effektiv steigernFazit: Wertgutschein oder Erlebnisgutschein? Am besten beides
Wertgutscheine haben ihre Berechtigung. Sie bieten maximale Flexibilität und sind für viele Kundinnen und Kunden genau die richtige Wahl. Ein Gutscheinshop sollte sich unserer Erfahrung nach aber nicht darauf beschränken.
Erlebnisgutscheine schaffen konkrete Geschenkideen, präsentieren besondere Angebote, bieten mehr Möglichkeiten fürs Marketing und können den durchschnittlichen Warenkorb erhöhen.
Die ideale Lösung ist deshalb häufig eine Kombination: Wertgutscheine für maximale Freiheit und ausgewählte Erlebnisgutscheine für Inspiration, Emotion und zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten.

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- von Nicole Odermatt, Content Marketing Manager